4 Sterne | Krimi & Thriller

[Rezension] Identität unbekannt – Anna Martens

19. Dezember 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Preis: 3,99€
  • Kindle Book
  • Seiten: 323
  • Verlag: Midnight
  • erschienen am: November 2015
  • ASIN: B0185UQCY4
  • Sterne: 4/5

 

Klappentext
Ein totes Mädchen, das niemand vermisst, stellt die Polizei vor große Rätsel …
Wer ist das kleine Mädchen, dessen Leiche in einem idyllisch gelegenen Weiher gefunden wird? Die Ermittlungen der Münchner Kripo laufen ins Leere. Woher stammt das unbekannte Kind und was ist ihm vor seinem Tod zugestoßen? Die smarte Kriminalreporterin Claudia Brandes versucht auf eigene Faust, Licht ins Dunkel zu bringen und ist immer mehr davon überzeugt, dass der Mörder eine persönliche Beziehung zu dem Mädchen hatte. Bei ihrer Suche gerät die Reporterin in ein Netz aus Lügen, falscher Nächstenliebe und Gewalt. Und wird bei ihren Recherchen von den Schatten ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt ….
Autor
Als Kind stand Anna Martens am liebsten in der Dorfkneipe ihrer Großmutter hinter dem Tresen, um den kleinen und großen Geschichten zu lauschen, die das Leben schreibt. Studium und Beruf führten sie zunächst in eine völlig andere berufliche Richtung, aber das Interesse an Menschen und ihren Erzählungen blieb. Mit vierzig erfüllte sich Anna Martens einen langgehegten Wunsch, verfasste ihre erste Shortstory und entschloss sich spontan beruflich umzusatteln. Seither schreibt die Autorin, die in Süddeutschland und Nordholland lebt, Krimis und Psychothriller unter verschiedenen Namen.
Wer mehr wissen möchte, der gehe zu www.anna-martens.de
Meine Meinung
Da ich bereits andere Bücher der Autorin gelesen habe, war ich nun natürlich sehr gespannt, was mich erwarten würde. Wenn sie Ihrem Stil treu bleibt, kann es nur gut werden. Ich wurde natürlich nicht enttäuscht und hatte absolutes Lesevergnügen.
Dieses Mal steht Claudia Brandes im Mittelpunkt des Geschehens. Eine taffe Journalistin, die genau weiß was sie möchte und dies auch mit allen Mitteln erreichen möchte. Sie beisst sich durch, gibt nicht so schnell auf. Doch es täuscht auch etwas. Diese harte Art nach aussen hat einen sehr weichen, verletzlichen Kern. Man überlegt lange Zeit, was die Dame belastet, warum sie teilweise sehr emotional reagiert. Doch es dauert bis man dies heraus findet. So macht man natürlich den Leser auch neugierig, da man nur häppchenweise mit Informationen versorgt wird.
An Ihrer Seite Partner Hendrik, mit der sie sich ein Büro teilt. Auch er hat oft einen guten Riecher und steht ihr hilfreich zur Seite. Aber das ganze wäre ja zu einfach, wenn nicht noch der Polizist Drews im Spiel wäre. Netter junger Mann, der nicht nur beruflich an Claudia interessiert ist. So hat man eine gute Mischung aus privatem und dienstlichem, was die Geschichte abwechslungsreicher macht. Und das eine dreier Kombination nicht immer von Vorteil ist, kann man sich wohl auch denken.Ein kleines Mädchen wird in einem Weiher gefunden, eingewickelt in eine Decke, ohne Hinweis auf deren Identität. Claudia bewegt dieses Bild so sehr dass sie auf jeden Fall heraus finden mag, woher die Kleine kommt und warum sie umgebracht wurde. Doch das ist gar nicht so einfach, da sie kaum Anhaltspunkte hat, mit Ihren Theorien belächelt wird. So versucht sie auf eigene Faust zu ermitteln und ahnt nicht, in welches Wespennest sie gestochen hat. Sie merkt, wie der Fall an die Nerven geht, sehr persönlich wird. Sie setzt sich mit Ihrer Vergangenheit auseinander und man erfährt immer mehr über die Hintergründe.Der Schreibstil ist sehr angenehm, man kommt sehr gut in die Geschichte hinein, kann sich mit den Personen gut identifizieren. Ab und an gibt es Kapitel die in einem anderen Stil geschrieben wurden. Rückblicke des kleinen Mädchens, die Gefühle, die Art zu leben. Es ist bewegend, erschütternd und treibt einem die Tränen in die Augen.Das Thema, was Anna Martens hier verarbeitet, ist wirklich nicht einfach zu verkraften. Kinder aus sehr armen Ländern, die aus lauter Verzweiflung ins Ausland verkauft werden. Das diese Wege nicht immer legal sind kann man sich denken, die Verzweiflung muss aber sehr groß sein, um diesen Weg zu gehen. Ich mag mir nicht vorstellen, was Eltern durchmachen, die das als letzten Ausweg sehen. Ebenso die Personen, die Kinder kaufen, was sie an Behördengängen für Adoption durchlaufen müssen, diese Wartezeit und dann doch die Ablehnung zu erfahren.
Ich persönlich denke, dass es vielen Kindern in nicht leiblichen Familien besser gehen könnte, wenn man die Wege etwas vereinfachen würde.
Wenn ein Kind mehrere Jahre auf Vermittlung wartet oder das Jugendamt nicht wirklich einschreiten kann, kommt das dem seelischen Wohlbefinden des Kindes bestimmt nicht zu gute und es wird Jahre dauern das alles zu verarbeiten.

Fazit
Leider war mir das Ende ein wenig zu schnell. Einige Passagen wurden ja sehr ausführlich beschrieben, man baute einen tollen Spanungspegel auf, doch dann fiel er hinten zu rasant ab, einen langsameren Abstieg wäre wünschenswert gewesen. Etwas mehr zu den hintergründen, den Beweggründen, den Gefühlen der einzelnen Protagonisten. Manches blieb mir ein wenig zu offen. Deswegen ziehe ich auch einen Stern ab.
Sterne
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