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Berichte, Interviews & Co

PTA! PTA? Ach die netten “Verkäuferinnen”…

24. November 2017

Heute mag ich einfach mal erzählen, was ich die meiste Zeit so mache, wenn ich nicht gerade lese oder Blogbeiträge für euch verfasse.

Ich arbeite als PTA. PTA? Ach das sind doch die netten Verkäuferinnen aus den Apotheken.

Ähm nein, wir sind keine Verkäuferinnen sondern Pharmazeutisch-technische Assistentinnen, ein überwiegend von Frauen ausgeübter Beruf.

Das Haupteinsatzgebiet sind die öffentlichen Apotheken, aber auch in Krankenhäusern, bei Krankenkassen oder Versicherungen findet man uns.

Aber was genau machen wir?

Auszug aus BERUFENET:

  • Berufstyp Ausbildungsberuf
  • Ausbildungsart Schulische Ausbildung an Berufsfachschulen
  • Ausbildungsdauer 2,5 Jahre
  • Lernorte Berufsfachschule/Berufskolleg und Apotheke

Was macht man in diesem Beruf?
Pharmazeutisch-technische Assistenten und Assistentinnen geben unter Aufsicht des Apothekers oder der Apothekerin verschreibungspflichtige Arzneimittel gemäß Rezept an ihre Kunden ab. Sie verkaufen außerdem rezeptfreie Arzneimittel und andere apothekenübliche Waren. Dabei erklären sie den Kunden, wie ein Produkt anzuwenden ist, und weisen ggf. auf Besonderheiten hin. Unter apothekerischer Aufsicht stellen sie z.B. Salben oder Lösungen her. Sie kontrollieren die Substanzen nach den Vorgaben im Arzneibuch und dosieren sie exakt. Darüber hinaus führen sie einfache chemische und physikalische Arzneimittelanalysen durch oder messen z.B. Cholesterin-, Harn- oder Blutwerte von Kunden. Sie überwachen den Warenbestand und organisieren die Bestellungen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Stichproben sowie Lagerkontrollen führen sie ebenfalls durch und registrieren die Ausgabe und den Bestand von Giften und Betäubungsmitteln. Außerdem stellen sie Informationen für spezielle Beratungsaktionen zusammen, z.B. zum Thema Allergien, und wirken bei Veranstaltungen mit.

 

Worauf kommt es an?
• Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit (z.B. für das Beraten von Kunden)
• Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein (z.B. exaktes Herstellen von Salben im Labor, für die Abgabe von Arzneimitteln)
• Geschicklichkeit (z.B. beim Pipettieren und Abwiegen von Arzneimittelbestandteilen)
• Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit (z.B. für das Erkennen von Veränderungen bei
chemischen oder mikrobiologischen Versuchsreihen, beim Beobachten von Versuchsabläufen)

 

    

Der Haupteinsatzort von mir ist der Handverkauf, kurz HV genannt. Ich berate die Kunden in Alltagsfragen zu Ihren Medikamenten, beliefere Ihre Rezepte, berate in Kosmetik und Lifestyleprodukten. Ebenso ist mein Steckenpferd die Diabetes- und Inhalationstherapie. Aber auch einfach mal ein offenes Ohr für die Probleme oder die tägliche Frage nach der beliebten Apothekenumschau gehören dazu.

Wenn man jahrelang in der selben Apotheke beschäftigt ist, kennt man sich irgendwann, baut Vertrauen zu den Kunden bzw. diese zu uns auf und erzählen was sie bedrückt. Man ist also auch oft ein bisschen Seelsorger, kann tröstende Worte sprechen oder einfach nur einen Tip geben damit manches besser funktioniert. man bekommt mit wie Kinder geboren werden, groß werden und manch andere uns auch leider verlassen. Aber das ist leider der Alltag, gehört dazu und macht trotz allem auch mal traurig.

Ansonsten reicht das Aufgabengebiet aber noch weiter: 

Was geschieht mit den Rezepten nachdem sie eingelöst wurden? Wer stellt die Salbe nach individuellen Bedürfnissen her? Wer organisiert den reibungslosen Ablauf der Versorgung von Medikamenten wenn der Patient nicht selber in die Apotheke kommen kann? All dies sind unsere umfangreichen Aufgaben als PTA.

Jeden Tag kommt was neues, man weiß oft nicht was einen erwartet, muss schnell reagieren und sich auf neues einlassen. So kann es sein, dass der eine Kunde von einer schweren Erkrankung berichtet und der nächste freudig erzählt, dass er Vater wird.

Oft müssen wir aber auch einfach viel Aufklärungsarbeit leisten, wenn es wieder mal anders ausschaut, als man es gewohnt ist, da die Kassen die Verträge umstellen. In unserem Job darf man nicht schüchtern sein, sollte den Mund aufbekommen, da man viel redet. Gute Beratungsgespräche, dass der Kunde zufrieden die Apotheke verlässt, sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Sie sollen uns alles fragen, was Ihnen auf der Seele liegt damit es nicht zu Fehlern in der Einnahme oder Handhabung kommt.

Aber auch das anpassen von Bandagen kann eine Herausforderung sein. Wir bei uns haben einen angrenzenden Rehabereich, somit kommt man auch in Berührung mit diversen Hilfsmitteln. Sehr faszinierend, aber nicht der normale Alltag einer PTA. Handgelenksschiene kann durchaus sein, ein Rollator wird nicht mehr von allen Apotheken beliefert. Hier habe ich aber Kolleginnen, die diesen Fachbereich deutlich besser meistern als ich und die ich mich nicht scheue zu fragen.

    

So, ich hoffe dass ich euch mal einen Einblick in den Alltag einer PTA gegeben habe. Das vielleicht baldige Schulabgänger mal eine Orientierung bekommen wie abwechslungsreich unser Job eigentlich ist. Es sich nicht nur um Packung über den Tisch schieben handelt sondern man viel Verantwortung für sie Menschen trägt. Man kann sich wunderbar weiterbilden in diversen Bereichen die einem mehr liegen. Fortbildungen werden reichlich angeboten und sind immer sehr interessant!

Genauere Infos und Hintergründe findet ihr z.B. auf Wikipedia

LG Sandra

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  1. Ich finde es toll, wie detailliert du über deinen Beruf erzählst. Ich habe mich ab und an schon mal gefragt, ob Blogger überhaupt nebenher arbeiten gehen. So habe ich direkt eine Vorstellung von dir und weiß es umso mehr zu schätzen, wenn neben Job, Familie, Haushalt etc. auch noch regelmäßige Einträge im Blog erscheinen.

    LG Ulrike

    1. Ja diese Frage habe ich mir bei manchen auch noch gestellt. Bei mir ist es so: ich gehe sogar vollzeit arbeiten. Der Blog ist mein Hobby was ich meist am Wochenende mache. Ich würde gerne mehr Post veröffentlichen, aber das schaffe ich zeitlich meist nicht.

      LG Sandra

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