Tanja Heitmann packt aus!
“In einer Sommernacht wie dieser”
Liebe Leser,
ich freue mich, Euch heute im Rahmen unserer Blogtour zu “In einer Sommernacht wie dieser” dieses Interview mit Tanja Heitmann präsentieren zu können. Ich wünsche Euch viel Spass beim Lesen, beachtet am Ende auch unser tolles Gewinnspiel.
Weitere tolle Beiträge zum Buch könnt ihr hier nachlesen und weitere Gewinnchancen wahrnehmen! 
 
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Liebe
Tanja Heitmann,
erst einmal vielen Dank das Sie sich die Zeit nehmen, um meine neugierigen Fragen zu beantworten.
Manche Leser kennen Sie vielleicht als Autorin noch nicht, können Sie sich vielleicht kurz in eigenen Worten beschreiben?
©bürosüd
Tanja
Heitmann:
Ich sitze seit über zehn Jahren in Einzelhaft vor meinem Laptop und
werde von Geschichten dazu gezwungen, unentwegt zu schreiben. So fühlt sich das
Autorendasein jedenfalls öfter mal an. Rausgekommen sind dadurch phantasische
Romane, Kinderbücher, Familiensagas und mit “Einer Sommernacht wie dieser” nun
– tata – ein, wie heißt es so schön, ein realistisches Jugendbuch. Wobei es mit
dem Realismus so eine Sache ist, besonders in schwülwarmen Sommernächten, die
den Sinnen gern einen Streich spielen.
Ich
habe kürzlich “In einer Sommernacht wie dieser” gelesen, welches beim Oetinger
Verlag erschienen ist. Gleich zu Beginn wird ein Thema aufgegriffen, das sicher
gerne oftmals unter den Tisch gekehrt wird – die Schwarzarbeit mit samt dem
angedeutetem Arbeiterstrich. Wie kam Ihnen die Idee, dieses Thema ins Buch
einzubinden?
Tanja
Heitmann:
Ich würde mich jetzt ja gern mit stolzgeschwollener Brust hinstellen
und sagen “Ich fand schon immer, dass das Thema Schwarzarbeit mal auf den Tisch
gehört”. So läuft das mit dem Schreiben bei mir jedoch nicht. Im Zentrum stehen
immer meine Figuren und ihre Geschichte. Zu Alexeis Geschichte gehört eben,
dass er auf der Flucht ist: vor seiner Vergangenheit, vor sich selbst. Und so
landet er schlussendlich in den Fängen eines Schwarzarbeiter-Königs, ohne dass
es ihn kümmert – bis er Leo kennenlernt, die ausgerechnet diesem Ausbeuter die
Stirn bietet.
“Atmosphärische
Romantik mit einer guten Portion Thrill ”
– So wird Ihr Buch beschrieben, und nach dem Lesen kann ich das auch
bestätigen. Mich interessiert hier zum Beispiel, ob es Ihnen sehr schwer fällt,
nicht zu sehr in eine zu intensive Liebesbeziehung zu fallen beim Schreiben.
Gibt es da als Autor Hilfepunkte die man sich setzt, oder merkt man dann erst
bei der Überarbeitung, wenn es zuviel ist?
Tanja
Heitmann:
Da ich beim Schreiben recht offen bin und mich von der Geschichte
lenken lasse, bin ich am Ende manchmal überrascht, welchen Weg ich
eingeschlagen habe. Meiner Erfahrung zeigt aber, dass diese unverhofften
Ergebnisse oftmals besser ausfallen, als alles zuvor irgendwie geplante. Schreiben
hat zwar viel mit Disziplin zu tun, aber noch mehr mit Kreativität – und
entsteht am besten im flow, also wenn man sich beim Schreiben treiben lässt.
Wildwuchs, den man anschließend aus dem Text streicht, geht eher auf Tage
zurück, an denen ein die Muse nicht küssen wollte.
Stand
für Sie beim Schreiben mehr die Liebesgeschichte oder der Thrill im
Vordergrund?
Tanja
Heitmann:
Ehrlich gesagt hatte ich beim Schreiben keins der beiden Stichwörter
im Kopf gehabt und schon gar keine Prozentverteilung (“O, hier fehlen noch 25%
mehr Thrill! Dann bringen wir wohl mal jemanden um. Oder sind das dann schon
40% Thrill zulasten der Liebe?”). Für mich ist die “Sommernacht” eine
Geschichte zwischen zwei Menschen, die einen dramatischen Verlauf nimmt. Eben
ein Roman und keine Schublade.
Wieviel
Tanja Heitmann steckt in Leo und Alexei?

 

 

Tanja
Heitmann:
So viel wie in jeder anderen Figur auch: alles und nichts. Es gibt
immer wieder Figuren, die mir sympathisch sind und manche wachsen mir
regelrecht ans Herz, sodass das Abschiednehmen Trauer hervorruft. Doch beim
Schreiben fühlen sich meinen Figuren für mich wie eigenständige Personen an,
die sich öfter mal gegen mich durchsetzen. Leo ist viel draufgängerischer
geworden, als sie mir vorgestellt habe – und sie hatte recht, nur so stimmt es.
Andererseits kann man über nichts schreiben, was man nicht in sich trägt. Manchmal
ist es deshalb besser, als Autor nicht all zu viel darüber nachzudenken.
Traumata
– Ein interessanter Ansatzpunkt in Ihrer Geschichte. Wie genau geht man als
Autorin da vor, wird beim Schreiben Recherche betrieben?
Tanja
Heitmann:
In solchen Fällen führt an der Recherche kein Weg vorbei. Allerdings
gilt hier die Regel: Möglichst viel wissen und dann wieder vergessen. Womit
gemeint ist, dass sich der Roman nicht in einen Sachbuchtext verwandeln darf
oder der Leser plötzlich mit Infos vollgepumpt wird, von denen die Figur keine
Ahnung hat. Die Figur muss zeigen, was die Traumatisierung mit ihr macht – und
der wissender Erzähler hält sich besser zurück mit seinem angelesenen
Wissenschatz … Was nicht immer leicht ist, schließlich ist es oft sehr
spannend, was man in Erfahrung gebracht hat.

 

Bitte
auf folgende Stichworte kurz und knackig antworten:

 

Tanja Heitmann: ((Witzig,
solche Listen hat mein zehnjähriger Sohn gerade in einem Freundschaftsbuch
beantwortet. Vielleicht sollte ich bei ihm abschreiben ….))
Lieblingsessen
Alles,
was ich vorgesetzt bekomme, wenn ich hungrig bin
Lieblingsplatz
Ganz
klassisch: mein Garten
Lieblingstier
Wenn
ich jetzt nicht französische Bulldogge schreibe, dann ist mein Hund beleidigt
Lieblingsserie
(Schauen Autoren noch fern?)
Tun
Autoren so etwas noch? Bestimmt, schließlich gelten TV-Serien als das neue
Kino. Sollte ich auch mal ausprobieren … Wenn mir eine gute Fee Tage mit 48
Stunden schenkt.
Lieblingsfarbe
Rauchblau?
Meerblau? Die Augenfarbe meines Sohns?
Arbeitsprozesse:
Wie lange hat es gedauert, vom ersten Satz bis zum letzten Lektoratsdurchgang?
Tanja
Heitmann:
Bei der “Sommernacht”, richtig? Puhh, ein dreiviertel Jahr, glaube
ich. Die Grundidee schwirrte schon länger durch den Kopf: “An einem nächtlich
daliegenden See trifft ein Mädchen einen Jungen, den sie nicht begreift. Sein
ganzes Verhalten stellt sie vor ein Rätsel – allerdings eins, das sie unbedingt
lösen will.” Als dann mein Verlag angeklopft und gefragt hat, ob ich vielleicht
eine Liebesgeschichte mit viel Spannung hätte, konnte es losgehen mit dem
ersten Satz. Die “Sommernacht” zu schreiben war aufreibend, aber auch sehr
schön. Hoffentlich liest sich die Geschichte jetzt genau so.
Als
Schauplatz haben Sie einen Potsdamer See gewählt. Gib es einen Hintergrund
dazu, warum gerade dieser?
Tanja
Heitmann:
Weil es diesen See nur in der “Sommernacht” gibt. Die Schauplätze in
meinen Romanen sind auf keiner Landkarte zu finden, dafür passen sie zu meinen
Geschichten, was ich viel wichtiger finde. Manche Autoren laufen mit der
Stoppuhr bestimmte Wege ab, damit sie sich in ihre Story reinfinden können. Ich
überlege mir stattdessen, wie der Ort beschaffen sein muss, damit ich ihn
erzählen kann. Für mich bilden Figuren, Handlung und Schauplatz eine Einheit,
ich erzähle sie zusammen.

 

Wie
und wo schreiben Sie am liebsten?
Tanja
Heitmann:
Ich
halte mich beim Schreiben an das Rezept von Autoren wie Stephen King oder John
Irving: Wenn du schreiben willst, dann setz dich hin und schreib. Bei manchen
Büchern gibt es Vorgrübelein, gelegentlich jahrelang, bevor ich endlich zum
Schreiben komme. Andere Romane entstehen direkt im Schreibprozeß, was jedoch
nur selten der Fall ist, weil Verlage Exposees, quasi ein Leitfaden des Romans,
lieben. Exposees sind für viele Autoren die reinste Qual, vor allem wenn sich
die Geschichte beim Schreiben dann anderes entwickelt als geplant und der
Verlag entsetzt auf den alten Abriss zeigt und sagt: “Hier steht aber eindeutig
was von einem happy end. Und was machst du? Brichst den Lesern das Herz!”
Wo
ich scheibe? Früher genüßlich auf dem Sofa oder im Bett. Über ein Dutzend
Romane später sitzen mein schmerzender Rücken und ich auf einem Gesundheitshocker
vorm Esstisch, während mein höchstpersönlicher Schreibtisch hübsch dekoriert,
aber ziemlich vereinsamt herumsteht. Je länger ich schreibe, desto wichtiger
ist mir dabei Ruhe. Also Schreiben und Café gehen bei mir gar nicht zusammen,
schließlich ist der Lärm in meinem Kopf, in dem immer alle Figuren durcheinanderreden,
eh schon groß genug.
Liebe
Tanja Heitmann, vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Möchten Sie
Ihren Lesern noch etwas sagen?
Tanja
Heitmann:
Read on!

 

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